Bye bye Zimbabwe…

Bye bye Zimbabwe…

Reisebericht südliches Afrika 2019/20

Zimbabwe

Zimbabwe als Reisender

Ich glaube, ich habe schon einige Male erwähnt, dass uns Zimbabwe und seine Menschen sehr positiv überrascht hat. Ich weiss nicht genau, welche Vorstellung wir von Zimbabwe hatten. Aber wir haben natürlich in den letzten Jahren vieles mitbekommen, was in diesem Land alles so abgegangen ist.

In vielen Reiseforen wird diskutiert, ob man in Zimbabwe noch reisen kann, ob man Diesel bekommt, ob man Essen bekommt und wie das mit der Landeswährung aussieht.

Wir hatten nicht mehr Probleme, als in anderen Ländern auch. Klar, es gibt nicht immer und überall Diesel. Und manchmal muss man auch ein bisschen rumdiskutieren, dass man welchen bekommt. Auch ist das Sortiment an Lebensmitteln nicht überall so vielfältig und man bekommt nicht überall alles.
Aber wenn man die nötige Geduld, Abenteuerlust und Flexibilität mitbringt, ist es in unseren Augen überhaupt kein Problem in diesem Land zu reisen.

Auch haben wir gehört, dass es zu Mugabes Zeiten noch viele Strassensperren und Polizeikontrollen gab und die Touristen und Reisenden da so richtig abgezockt und ausgenommen wurden.
Da können wir nun echt berichten, dass sich dies anscheinend komplett verändert hat. Wir wurden bei sämtlichen Polizeikontrollen einfach durchgewunken.

Zimbabwe als Einheimischer

Wie es in Zimbabwe für die Einheimischen aussieht ist natürlich eine ganz andere Geschichte… Diese Menschen wurden schon Jahrzehnte gebeutelt und der Grossteil der Bevölkerung leidet an Hunger und kann sich die Grundnahrungsmittel nicht leisten.

Das Land ging dank der Misswirtschaft der Regierung komplett den Bach runter und aus der ehemaligen Kornkammer Afrikas sind nur noch Trümmer übriggebliebene…

Wir waren sehr betroffen, als wir durch gewisse Gegenden gefahren sind und mich hat das Ganze sehr mitgenommen.
Natürlich haben wir schon oft in Afrika Elend, Hunger und Armut gesehen. Ich kann auch nicht genau erklären, wieso es mir hier noch näher ging. Vielleicht deshalb, weil diese Menschen und dieses Land soooo viel Potential hätten.
Und sie werden immer noch von der Regierung ausgebeutet und durch absurde Regelungen,  Hindernisse und Gesetze daran gehindert, ein gutes, erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Ich habe ein Bild gemacht, das die Not dieser Menschen besonders intensiv zeigt… An einigen Orten am Strassenrand werden auch hier immer mal wieder Mangos oder Tomaten angeboten.
Und wenn mal ein Auto anhält, dann rennen 10 bis 15 Verkäuferinnen mit ihren Mangos zum Auto und alle wollen natürlich ihre Früchte verkaufen.

Wie kann man in so einer Situation fair sein?? Ich kann ja nicht von 10 Verkäuferinnen alle Mangos abkaufen.
Wir haben dann wenigstens von 2 Frauen jeweils die Hälfte der Mangos abgekauft. Aber man lässt immer viele andere enttäuscht zurück. Und als wir wieder weitergefahren sind, hatte ich Tränen in den Augen und konnte mich lange nicht mehr von diesem Anblick und dieser Szene erholen… Es macht mich fassungslos, wütend, traurig und hilflos…

Hilfe für Zimbabwe

Ich weiss nicht, wie man Zimbabwe helfen kann, dafür sind die Probleme viel zu komplex und mein Wissen darüber zu klein.

Aber was ich weiss ist, dass es wenigstens ein bisschen helfen würden, wenn wieder mehr Menschen dieses wundervolle Land besuchen und bereisen würden.

Wir werden auf jeden Fall so bald wie möglich wieder kommen!

Die Menschen hier sind so wunderbar, hilfsbereit, offen, freundlich und sie freuen sich sehr darüber, wenn man sich für ihr Land und ihr Leben interessiert.
Wir haben viele sehr tiefe und schöne Gespräche mit Einheimischen geführt und einiges erfahren. Die Menschen haben immer noch Hoffnung und für einige ist ihr Glaube und Gott eine grosse Stütze. Das hat mich immer sehr berührt und demütig gemacht… Diese Menschen sind sich nicht am beklagen, aber sie sind bereit alles zu geben für ein Zimbabwe, das sie alle immer noch sehr lieben.

Ich bete und hoffe, dass es diesen Menschen endlich wieder besser geht und sich dieses tolle Land erholt und wieder erblühen darf!

Mango-Verkäuferinnen in Zimbabwe
Sunset in Zimbabwe

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