Der süsseste Besuch ever

Der süsseste Besuch ever

Reisebericht südliches Afrika 2019/20

Punda Maria Campsite, Krüger Nationalpark, Südafrika

Campbesucher

Wir hatten ja wirklich schon alles an Besuch auf unserer Campsite, von Warzenschweinen über Mangusten und Elefanten bis hin zu Löwen. Wir hatten auch schon Buschbabies.
Aber was wir auf der Punda Maria Campsite im Krüger erlebt haben, war bis jetzt wirklich das ungewöhnlichste und süsseste Erlebnis mit einem vierbeinigen Campbesucher. Also zumindest einer von uns hat die ganze Story erlebt, der andere hat die halbe Geschichte verschlafen 😂…

Erstes Kennenlernen

Wir haben zwei Nächte auf dieser Campsite verbracht, allerdings auf zwei verschiedenen Plätzen. Wir mussten tagsüber den Ort wechseln, weil es immer noch so dermassen heiss war und es auf unserem ersten Platz einfach zu wenig Schatten gab.

Bereits am ersten Abend bekamen wir Besuch. Zuerst haben wir nur die Fussabdrücke auf unserem Tisch gesehen und dann erst das dazugehörige Buschbaby im Baum direkt neben unserem Auto entdeckt.
Es gibt im südlichen Afrika zwei verschiedene Arten von Buschbabies. Man nennt sie auch Galagos und dieses Exemplar hier war im Gegensatz zu den ganz kleinen Buschbabies in Siavonga ein Riesen-Galago. Zwar immer noch klein, aber es sieht doch ziemlich anders aus und bewegt sich auch anders als die kleine Variante.

Und unser Gast schien auch überhaupt nicht schüchtern zu sein, hat sich von uns gar nicht stören lassen, sondern bald mal angefangen, auf unserem Auto herumzuklettern und alles zu inspizieren.
Wegen der immer noch grossen Hitze hatte ich bei unserem Zelt zum Lüften (haha wie naiv, es ging üüüüberhaupt kein Lüftchen 😂) die Moskitonetze geöffnet.
Und das freche Buschbaby wäre wohl tatsächlich da reingeklettert, wenn wir es nicht davon abgehalten hätten.
Naja, jedenfalls haben wir es einige Zeit beobachten können und uns dabei köstlich amüsiert. Reto konnte es sogar managen, ein Bild von ihm zu machen.
Irgendwann ist es dann weitergezogen und wir konnten uns in unser wohl temperiertes Bett begeben.

Wir kennen uns doch!

Als wir dann wie gesagt am nächsten Tag den Platz gewechselt haben, war ich schon traurig, weil nun wohl das Buschbaby nicht mehr zu Besuch kommen würde.
Und tatsächlich, solange wir auf waren, konnten wir es nirgends entdecken.

Ziemlich früh gingen wir dann ins Bett und mitten in der Nacht bin ich aufgewacht. Das ist erst einmal nichts ungewöhnliches, das kommt öfters mal vor. Aber irgendetwas hatte mich geweckt und plötzlich spüre ich, dass mich etwas anschaut. Ich gucke genauer und entdecke doch tatsächlich direkt neben meinem Fenster auf dem Baum das Buschbaby! Es schaut mich an und knabbert irgendetwas. Ich finde das so süss, dass ich Reto versuche zu wecken. Er brummt allerdings nur etwas, dreht sich auf die andere Seite und schläft weiter…

1 Stunde süsse Unterhaltung

Ich beobachte das süsse Ding noch eine Weile und irgendwann klettert es über einen Ast auf unser Autodach. Ich höre es auf dem Dach herumlaufen und plötzlich sehe ich es auf Retos Seite auf unserem Awnig (Sonnendach) direkt neben seinem Kopf (natürlich ausserhalb vom Moskitonetz) auf und ab laufen 😂. Das sieht so witzig aus, weil es wirklich direkt vor Retos schlafendem Gesicht auf und ab geht, dass ich mitten in der Nacht im Dunkeln vor mich Hinlachen muss!

Das Buschbaby taucht dann irgendwann auf meiner Seite wieder auf und frisst wieder irgendetwas, das so komisch knackt. Während der nächsten Stunde frage ich mich, ob das Käfer sind, das das Buschbaby aus irgendeinem Grund besonders gut auf unserem Auto findet. Ich finde keine Erklärung, aber irgendwann kommen noch zwei weitere, kleinere Buschbabies dazu. Das eine kommt auf eine Ast wirklich fast bis an meinen Nase (immer noch das Moskitonetz dazwischen) heran, um zu sehen, was sich denn hier drinnen verbirgt.

Zwischendurch hüpfen die Buschbabies immer wieder auf unser Auto und rennen auf unserem Dach herum. Dieses nächtliche Intermezzo ist wirklich der süsseste Besuch, den ich je erlebt habe 🥰.

Von wegen Käfer!

Am nächsten Morgen starten wir früh zu unserem Game Drive und ich erzähle Reto natürlich von meinem nächtlichen Erlebnis und was er alles verpasst hat. Er ist nicht sonderlich traurig, denn im Gegensatz zu mir ist er jetzt einigermassen ausgeschlafen.

Nach etwa einer Stunde, die wir im Krüger unterwegs sind, will ich mir eine Banane nehmen, die meistens griffbereit hinter unseren Sitzen sind. Und zu meiner grossen Überraschung sind diese alle angefressen oder zum Teil ganz aus der Schale herausgefressen. Es dauert eine Weile, bis wir auf die Übeltäter kommen und wie dies passieren konnte 🤔.

Irgendwann gibt es aber tatsächlich nur noch eine Erklärung: Reto lässt jeweils die Fenster vorne im Fahrerbereich einen ganz kleinen Spalt offen. Und die Buschbabies haben es doch tatsächlich geschafft, sich dort durchzuzwängen!! Aber das unglaublich ist, dass sie überhaupt keine Sauordnung hinterlassen haben! Sie haben ganz anständig die Bananen einfach in der Kiste gelassen und sie da drin angeknabbert.

Aber das allerlustigste habe ich erst später entdeckt, neben den Bananen war nämlich noch eine offene Chipstüte! Und das eine Buschbaby hat doch tatsächlich daraus immer wieder ein einzelnes Chips geklaut, ist damit auf den Baum und hat es dann genüsslich dort gemampft, mich dabei angeschaut und Dankbarkeit versprüht, weil ich meine Vorräte so grosszügig mit ihm teile 😂.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Karin Pfister

    🤣🤣🤣 Herrlich!!
    Menschen beim Schlafen zuschauen und dabei Chips knabbern. Fast wie im Kino. 😆

    1. Daniela

      😂😂😂 Ja! Ganz genau! Es war so ein lustiges Erlebnis, ich musste das einfach erzählen.
      Und wir hatten ja einige Male Affen- und Baboon-Überfälle auf unser Auto, danach sieht es im Innern des Autos immer aus wie nach einer Schlacht..
      Aber die Buschbabies haben das wirklich ganz stilvoll und gepflegt gemacht ☺️

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