Reisebericht südliches Afrika 2019/20 | 29. Juli 2019 bis 8. Februar 2020

Camp Aussicht

Camp Aussicht

Reisebericht südliches Afrika 2019/20

Camp Aussicht, zwischen Sesfontein und Opuwo, Kaokoland, Namibia

Ein echter Glücksfall!

Über diesen aussergewöhnlichen Ort muss ich etwas ausführlicher berichten. Wir haben schon davon gehört und haben uns spontan entschlossen, für eine Nacht dorthin zu fahren. 
Soviel gleich zu Beginn, es blieb nicht bei einer Nacht, wir haben um eine verlängert, hätten aber definitiv auch noch länger dort verweilen können.

Marius Steiner

Marius Steiner wurde in Namibia geboren und kam vor 36 Jahren hierher, wo er nun seit einigen Jahren das Camp Aussicht führt.
Sein Vater hat dieses Land vor vielen Jahren gepachtet um nach dem Mineral Dioptas zu suchen. Schon die alten Griechen schätzten die Qualitäten des Steins als Heilstein. Sie glaubten, dass der schöne grüne Stein in Verbindung mit der Venus steht, den Eros stärke und dem Menschen ein hohes Mass an Attraktivität sichere. Der Kristall ist bis heute sehr begehrt und wird in verschiedenen Regionen der Erde abgebaut.
Seit dem Fund der Steine betreibt Marius diese Mine.
Als zusätzliches Einkommen hat er vor einiger Zeit diesen wundervollen Ort auch für Gäste zugänglich gemacht und bieten 4 Zimmer und eine Campsite zur Übernachtung an.
Ausserdem kann man mit ihm ein Himba-Dorf in der Nähe besuchen. Er spricht fliessend Herero, die Sprache der Himbas, hat grössten Respekt vor dieser Kultur und hat eine tolle Beziehung zu den Menschen und wird von ihnen voll und ganz akzeptiert.
Marius ist ein eher introvertierter, zurückgezogener Mensch, der sein Gegenüber erst ein bisschen kennenlernen muss, bevor er auftaut.
Als er aber gemerkt hat, wie interessiert wir sind, hat er uns sehr viel aus seinem Leben, der Himba-Kultur und über Namibia im Allgemeinen erzählt.

Es gibt hier so einiges zu erleben!

Wie ich schon geschrieben habe, sind wir schlussendlich für 2 Nächte geblieben, damit wir mit Marius noch die Himbas besuchen konnten. Ich stehe solchen Dingen immer sehr skeptisch gegenüber, wusste aber, dass es mit Marius wohl die einzige Möglichkeit sein wird, dieses Volk noch einigermassen authentisch und nicht als Touristen-Attraktion zu erleben. Und wir wurden nicht enttäuscht! Dazu aber mehr im nächsten Post.

Ausserdem konnten wir auch noch die Mine anschauen gehen und man darf alle Steine mitnehmen, die man findet und tragen kann :-). Für mich als begeisterte Steine-Sammlerin eine absolute Herausforderung, weil es einfach soooo viele schöne Steine gibt und unser Auto leider nur begrenzt Platz hat, um alles zu lagern 😂…

Stachelschweine, juhuuuu!

Und ein weiteres Highlight ist die Fütterung der Stachelschweine. Diese sind nachtaktiv und normalerweise sehr schwierig zu finden. Ich habe bis jetzt noch nie eines gesehen.
Marius hatte vor einigen Jahren die Idee, Hasen zu halten. Als er diese jeweils am Abend gefüttert hat, haben sich auf einmal Stachelschweine dazu gesellt und mit gefressen.
Seither füttert er sie jeweils abends mit Maisbrei. Ein echtes Schauspiel!

Fazit Camp Aussicht

Unser Besuch auf Camp Aussicht war ein absolutes Highlight! Wir haben uns vom ersten Moment an super-wohl gefühlt. Dies nicht zuletzt auch wegen Bettina und Martin, die zu der Zeit dort waren, um Marius für einige Tage bei den anfallenden Arbeiten zu helfen.
Wir haben uns von Anfang an super verstanden und hatten unzählige Gesprächsthemen. Die Begegnungen mit den beiden hat mit dazu beigetragen, dass einfach alles bei diesem Besuch gepasst hat und sich rund angefühlt hat. Vielen Dank an dieser Stelle auch an euch beide 😚!

Auch die Gespräche mit Marius waren sehr intensiv, interessant und aufschlussreich. Ich hätte ihn noch lange mit Fragen löchern können!
Wir haben die Zeit hier wirklich sehr genossen und waren ganz bestimmt nicht zum letzten Mal hier!

Alle Fotos sind von Reto.

Mit Marius zu Besuch bei den Himbas, neben ihm steht noch eine Herero-Frau, die man an dem typischen Hut erkennt:

Camp Aussicht

Das stilechte Auto von Marius, ein 39-jähriger Landrover:

Wenn man auf diese Aussichtsplattform steigt, hat man die spektakulärste Aussicht:

Camp Aussicht
Camp Aussicht
Camp Aussicht

In der Höhle/Mine waren wir eigentlich, um die Unmengen von Fledermäusen zu bestaunen, und zu unserer grossen Überraschung und Freude haben wir dann zuhinterst noch eines der Stachelschweine entdeckt!

Camp Aussicht

Und abends dann bei der grossen Fütterung.

Camp Aussicht
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10 Kommentare
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Doris
1 Jahr zuvor

Hallo Daniela, hallo Reto
Sehr sehr interessant, die Beschreibung über das Camp Aussicht und Marius Steiner. Vielleicht werden wir ihn auch mal besuchen…
Wunderschöne Gegend, tolle Fotos.
LG Doris

Bart VG
1 Jahr zuvor

Hello Daniela and Reto,

Thanks a lot for this information!
We’re a family (2 adults+1 child) from Belgium and we would realy like to stay at Camp Aussicht in August 2020. Unfortunately we are unable to contact this camp site to make a reservation. We cannot find correct contact information and the Facebook page has also recently been offline. Would the campsite still be available? Do you have any contact details of your past trip?

Thank you very much!
Bart

Bart VG
1 Jahr zuvor

Hi Daniela,
Thanks for your reply!
In the meantime, we were able to contact Travel Weaver, who organizes the bookings for Camp Aussicht.
So it looks like we will be staying with Marius. We are already looking forward to it!

Best regards, Bart

Peter Franke
1 Jahr zuvor

wir waren schon zweimal bei Marius, immer begeistert von ihm selbst, seinem camp und der Aussicht
Uschi und Peter aus Hamburg

Ulrich Hager
9 Monate zuvor

Hallo Daniela,
ich bin durch Zufall mal wieder im Netz auf Camp Aussicht gelandet.
Da stehst Du mit deinem Beitrag ganz oben und ich habe alle Einträger gerne gelesen.
Meine Frau und ich kennen Marius schon etwas länger, wir haben ihn 2006 auf dem Camp zum ersten Mal kennengelernt.
Damals war die obere Zufahrtstrasse noch sehr sehr schlecht, und wir wussten nicht, wie wir die 6 km Anfahrt( trotz 4×4 ) überhaupt schaffen sollten.
Es hatte sich aber sehr gelohnt.
Wir waren vom ersten Moment komplett begeistert von seiner Arbeit auf dem Camp und seiner großen Liebe zu den Himbas.
Wir sind dann in den letzten Jahren alle 2-3 Jahre in dem Land und natürlich auch bei Marius gewesen.
Drei Mal hat er uns „auf Tour“ mitgenommen, also Kaokefeld, van Zyls Pass, Marienflusstal und vieles andere..
Am Eindruckvollsten waren die Touren in die Nähe von Sesfontein, wenn wir Elefanten in unmittelbarer
Nähe erleben konnten.
Ich könnte Dir noch so vieles hier berichten.
Aber vermutlich wirst du auch weiterhin dir ein Bild von dem Land machen.
Corona hat uns dieses Jahr nicht fahren lassen, wir planen aber Ende nächsten Jahres eine neue Tour.

Herzliche Grüße aus Velbert
Ulrich