Reisebericht südliches Afrika 2019/20 | 29. Juli 2019 bis 8. Februar 2020

Vic Falls in Zimbabwe

Vic Falls in Zimbabwe

Reisebericht südliches Afrika 2019/20

Vic Falls, Zimbabwe

Victoria Fälle

Die Victoria Fälle sind eine grosse Touristen-Attraktion im südlichen Afrika. Man kann diese von Zambia und von Zimbabwe aus besichtigen.
Ich habe diese berühmten Wasserfälle vor vielen Jahren bereits auf beiden Seiten 2-mal besucht.
Reto war bisher noch nie hier, deshalb haben wir beschlossen, diesen Touri-Stopp einzulegen. Und zwar diesmal auf der Zimbabwe-Seite, weil wir gehört haben, dass auf der Zambia-Seite gar kein Wasser mehr fliesst. Das zeigt einmal mehr, wie extrem die Dürreperiode in ganz Afrika ist und wie ausgetrocknet alles ist. Es ist wirklich schlimm…

Zimbabwe versucht zu überleben…

Wir haben im Vorfeld sehr viel gehört von der aktuellen Situation in Zimbabwe. Die jahrzehntelange Präsidentschaft von Mugabe hat tiefe Spuren hinterlassen und das Land hat einen weiteren Tiefpunkt erreicht. Die Menschen haben eine jahrelange Leidenszeit hinter sich und es ist noch kein Ende in Sicht. Im Landesinneren sind sie am Verhungern und haben kaum irgendwelche Zukunftsperspektiven. Es gibt keine stabile Währung (zeitweise überhaupt keine), nicht genügend Essen, kein Diesel…

In den Touristengegenden herrscht aber eine komplett andere Stimmung. Hier bringen die Touristen Geld ins Land und zwar US-Dollar. In dem wunderschönen Ort Vic Falls gibt es keine Möglichkeit, die einheimische Währung zu beziehen. Alle Bankomaten sind leer, es kommt einfach nichts raus.
Aber die Leute, die hier arbeiten haben einen einigermassen sicheren Job und ein Gehalt, sie können ihre Kunst verkaufen, sie haben dank den Touristen die Möglichkeit, zu überleben.
Und ich will hier wirklich dazu aufrufen, Zimbabwe zu besuchen!!
Denn was wir dort erlebt haben ist einfach unglaublich schön und wir waren vom ersten Moment an von den Menschen begeistert.

Kleiner Vergleich Kasane (Botswana) und Vic Falls (Zimbabwe)

Schon beim Ankommen fällt uns als erstes auf, dass hier viel weniger Müll rumliegt als an den meisten Orten in Afrika. Man kann jetzt sagen, okay, Vic Falls ist ein Touristenort. ABER… Auch Kasane ist ein Touristenort und es sieht dort absolut schrecklich aus!! Alles ist vergammelt und überall liegt der Müll herum.

Ich möchte diese zwei Orte ein bisschen vergleichen. Sie liegen nur knapp 1 Stunde voneinander entfernt, einfach in zwei verschiedenen Ländern.

Das Service-Personal in Kasane, sogar in einer 4-Sterne-Lodge eine absolute Katastrophe… Wenn man die Weinflasche mit einem Bier-Flaschenöffner öffnen will, dann habe ich wirklich grosse Fragezeichen… Dies liegt allerdings nicht am Servicepersonal selber, sonder ganz bestimmt am Management, das seine Leute nicht richtig oder gar nicht instruiert.
Wir haben diese genannte Flasche übrigens 20 Minuten nach der Bestellung erhalten, ohne Weingläser, nach weiteren 15 Minuten kam sie an mit EINEM Weinglas, nach weiteren 15 Minuten dann mit zwei weiteren Weingläsern und dem Öffner, den sie leider nicht zu bedienen wusste. Zu diesem Zeitpunkt riss Reto der Geduldsfaden und er hat ihr die Flasche und den Öffner aus der Hand gerissen 😂.

Dies ist nur ein kleines Beispiel und natürlich kann man es nicht verallgemeinern und das will ich auch nicht. Aber wir haben doch schon einige Erfahrungen in Botswana gesammelt und wenn man irgendwo hinkommt, sei es ein Wildlife-Office oder was auch immer, hat man immer das Gefühl, dass man stört und dass unser Erscheinen mit unangenehmer Arbeit verbunden ist… Am liebsten ist es vielen hier nämlich, wenn sie sich den ganzen Tag ungestört mit ihrem Handy beschäftigen können.

In Vic Falls ein komplett anders Bild!! Es gibt hier wunderschöne Restaurants, Bars und Cafés. Das Service-Personal ist unglaublich freundlich, hilfsbereit und sehr gebildet.
Es liegt wie gesagt kaum Müll herum, die meisten Gebäude sehen sehr gut aus und man sieht, dass diese Menschen den Dingen Sorge tragen. Auch bekommen wir den Eindruck, dass hier gerne gearbeitet wird und die Menschen, die Arbeit haben, dies extrem schätzen und ihre Arbeit mit Stolz ausführen.

 

Hier ein kleines Beispiel von einem wunderschönen Restaurant, in dem wir waren:

Herzlich Willkommen in Zimbabwe!

Alle Einheimischen hier begegnen uns überaus freundlich, grüssen uns auf der Strasse und fangen Gespräche mit uns an. Selbstverständlich wolle auch viele von ihnen etwas verkaufen, aber sie sind weder aufdringlich noch ausfallend, wenn wir nichts kaufen wollen. Beides haben wir in anderen Ländern schon oft erlebt.

Hier erleben wir Dinge, die wir wirklich vorher in Afrika noch nicht oft erlebt haben. Wir führen viele Gespräche und ausnahmslos alle Gesprächspartner scheinen sehr gebildet zu sein und erzählen uns sehr viel über die aktuelle Situation in ihrem Land und erzählen uns, dass sie Hoffnung haben und daran glauben, dass bald wieder bessere Zeiten kommen.

Alle scheinen es sehr zu schätzen, dass wir uns für ihre Situation interessieren und freuen sich darüber, Gespräche mit uns zu führen.

Wir sind sehr berührt und gleichzeitig begeistert und auch voller Hoffnung, dass diese Menschen bald wieder bessere Zeiten erleben dürfen!

Selbstverständlich sieht man in Vic Falls nicht ein «reales» Bild von Zimbabwe. Die Touristenorte sind fast die einzigen Orte, wo noch einigermassen Normalität (in unserem Verständnis) herrscht. Aber die Menschen, die wir treffen sind Einheimische und diese zeigen ein reales Bild von der Bevölkerung von Zimbabwe. Und von diesen Menschen sind wir wirklich sehr begeistert!

Ich habe nur Handy-Fotos von den Vic Falls gemacht 🙈…

Reto in Namibia
Reto in Namibia
Reto im KTP

Hier noch ein paar Bilder von Reto mit der Kamera:

Reto in Mirabib
Reto mit Cruiser
Reto in der Kalahari
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2 Kommentare
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Herbert
1 Jahr zuvor

Liebe Daniela
Deine Wahrnehmung und Beschreibung der Situation in Botswana ist mit unseren Erfahrungen deckungsgleich. Ebenso die angenehmen Erfahrungen in Zimbabwe. Die Menschen aus Zimbabwe sind auch in Südafrika bei den Unternehmern gern gesehene Arbeitskräfte, da sie gut ausgebildet und fleissig sind. Genau das führt zu Spannungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen in Südafrika. Den fleissigen Einwanderern aus Zimbabwe wird vorgeworfen, dass sie der lokalen Bevölkerung in Südafrika die Jobs wegnehmen.
Sehr, sehr schade, dass Mugabe das schöne Zimbabwe in den Ruin geführt hat. Aber solange Professoren (Jean Ziegler) an Schweizer Universitäten auch jetzt noch öffentlich Lobeshymnen über Mugabe abgeben, müssen wir uns etwas zurückhalten. Es gibt auch hier in der Schweiz viele, die sich wie Botsuaner verhalten, hochnäsige Nichtsnutze.
Sorry, aber dein Blog hat mich etwas aufgewühlt und ich musste das jetzt einfach loswerden.
Viel Spass auf eurer weiteren Reise
Herbert & Doris